Tanzen beeinflusst unser Gehirn

Tanzen bewirkt Veränderungen im Gehirn, die mit dem Gefühl von Wohlbefinden und vom Ausgeglichen-Sein korrelieren. Auch dem altersbedingten Rückgang der körperlichen und geistigen Fähigkeiten wirken körperliche Aktivität und insbesondere Tanzen entgegen.

"Ich glaube, dass jeder so lange wie möglich ein unabhängiges und gesundes Leben führen möchte. Körperliche Aktivität ist einer der Lebensstilfaktoren, die dazu beitragen können, mehreren Risikofaktoren entgegenzuwirken und den altersbedingten Rückgang zu verlangsamen. Ich denke, Tanzen ist ein leistungsstarkes Instrument, um Körper und Geist vor allem im Alter vor neuen Herausforderungen zu stellen.“ (Dr. Kathrin Rehfeld, Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Magdeburg)

 

Süddeutsche Zeitung vom 15.04.2003:

Bewegung ist die beste Pille

Bereits mäßige körperliche Aktivität schützt vor dem Infarkttod – mehr als alle Medikamente

Die Botschaft ist einfach: „Die Leute sollen sich so bewegen, wie es ihnen Spaß macht“, sagte der amerikanische Kardiologe Gerald Fletcher auf dem amerikanischen Herzkongress in Chicago. Fletcher und seine Kollegen hatten sich hier bei einem speziellen Symposium getroffen, um den therapeutischen Wert des körperlichen Trainings auszuloten. Einhelliges Urteil: Bewegung ist eine gute, vielleicht sogar die beste Arznei.

„Im Prinzip wissen wir natürlich schon seit langem, dass körperliche Aktivität den Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugt“, kommentiert Paul Thompson vom Hartford Hospital im US-Staat Connecticut. Inzwischen jedoch zeige eine wachsende Zahl von Untersuchungen genauer, wie viel Bewegung man braucht, wie sie auf den Organismus wirkt und wie groß ihr Nutzen tatsächlich ist.

Dass der überraschend hoch ausfällt, hatte beispielsweise eine langfristig angelegte Studie gezeigt, die „Harvard Alumni Health Study“. Mehr als 12000 ehemals an der Harvard Universität eingeschriebene Männer wurden dabei über einen Zeitraum von 16 Jahren beobachtet. Das Ergebnis: Bei Männern, die pro Tag durch zusätzliche körperliche Aktivität 150 bis 300 Kilokalorien verbrauchten, sank das Infarktrisiko um rund 20 Prozent gegenüber jenen, die sich kaum oder nur wenig bewegten. Ein solcher Energieverbrauch lässt sich beispielsweise schon erreichen, wenn man Treppen in den dritten Stock mehrmals täglich bewältigt und die zwei Kilometer zur Arbeit hin und zurück zu Fuß geht.

Tatsächlich scheint es vor allem darauf anzukommen, überhaupt in Bewegung zu bleiben. Wie Mihaela Tanasescu und ihre Kollegen von der Harvard Universität im vergangenen Herbst berichteten, verringert sich das Risiko einer Herzgefäßverkalkung in jedem Fall, ob man regelmäßig joggt, seine Muskeln durch Gewichtstraining stählt, zum Rudern auf den See hinausfährt oder einfach jeden Tag einen flotten halbstündigen Spaziergang unternimmt (1).

Was bisher stark umstritten war: Sogar bei einem mittleren Schritttempo (von etwa vier Kilometern pro Stunde) scheint man zu Fuß noch sein Herz zu schützen. Das zeigte ein Team um Tanasescus Harvard-Kollegin JoAnn Manson bei mehr als 70000 Frauen. Diese waren im Rahmen der „Women’s Health Initiative“ detailliert befragt und untersucht worden. Dem Ergebnis zufolge senkt schon durchschnittlich schnelles, regelmäßiges Zufußgehen die Wahrscheinlichkeit einer Herz-Kreislauf-Krankheit (2).

Auch wenn bereits Brustschmerzen als Zeichen einer Herzkrankheit aufgetreten sind, ein Infarkt überstanden wurde oder ein Bypass nötig war, verliert die Bewegung nicht ihren Wert. So kam eine systematische Analyse von über 50Einzeluntersuchungen zu dem Schluss, dass bei Herzpatienten, die sich einem körperlichen Rehabilitationsprogramm unterziehen, die Sterblichkeitsraten im Vergleich mit Patienten ohne Bewegungstraining um 25 bis 30 Prozent niedriger liegen – Erfolge, von denen Pharmastudien oft nur träumen können (3).

„Vielleicht verschwenden wir ja zu viel Zeit, um über Pharmaka wie etwa Cholesterinsenker zu reden, anstatt über das ausreichende Maß an Bewegung“, bemerkt Paul Thompson. Zwar hätten Medikamente fraglos ihren Stellenwert in der Herztherapie. Doch würden die Effekte des körperlichen Trainings von vielen Ärzten zu Unrecht vernachlässigt.

Tatsächlich sei inzwischen klar, dass physische Fitness über eine Vielzahl biologischer Mechanismen eine Schutzwirkung für das Herz entfalten kann, betont Ileana Piña von der Case Western Reserve University in Ohio. So wisse man, dass regelmäßiger Sport Blutdruck und Blutfettwerte sinken lässt und bei Risikopatienten das Auftreten einer Zuckerkrankheit verzögert (4). Zudem verlangsamt sich ein bei Herzpatienten mitunter zu schneller Puls, was dem Herzmuskel zwischen den Schlägen Erholung verschafft. Und in den Blutgefäßen selbst werden Signalstoffe wie Stickoxid freigesetzt, das die Arterien weitet und die Herzdurchblutung verbessert. „Cholesterinsenkung, Blutdruckreduktion, anti-diabetischer Effekt, Verbesserung der Nierenausscheidung – all das ist im Grunde mit einer einzigen Pille zu haben“, kommentiert Piña: „Diese Pille heißt Bewegung.“

MARTIN LINDNER

Literatur: (1)JAMA, Bd. 288, S. 1994, 2002

(2)New England Journal of Medicine, Bd. 347, S. 716, 2002

(3)Exercise-based rehabilitation for coronary heart disease (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 1, 2003. Oxford: Update Software

(4)New England Journal of Medicine, Bd. 346, S. 393, 2002

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