In einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie werden typischerweise psychische Störungen behandelt, wie:

  • Depressionen
  • Ängste
  • Panikattacken
  • Zwänge
  • Essstörungen
  • Traumafolgeerscheinungen

Das tiefenpsychologische Verfahren oder psychodynamische Verfahren gründet in der Psychoanalyse aber unterscheidet sich in Form, Dauer und Ziel der Behandlung. Sie findet im Sitzen statt.

Zentrale Annahmen dieses Ansatzes sind:

  • Wichtige Teile des Seelenlebens sind unbewusst und werden durch innerseelische Abwehr von der bewussten Wahrnehmung ferngehalten
  • Erfahrungen in der Kindheit und Jugend sind für die Entstehung seelischer Probleme außerordentlich wichtig
  • Unbewusste, destruktiv wirkende Erfahrungen können bewusst gemacht und verarbeitet werden

Ziel der Behandlung ist unbewusste Konflikte, bewusst zu machen.

Unbewusste Konflikte  können zu depressiven Verstimmungen, Ängste, Konflikte in der Familie oder am Arbeitsplatz, für Sie unverständliches eigenes Verhalten oder zahlreiche psychosomatische Symptome führen. In jedem Fall verursacht die Erkrankung leiden, das behandelt werden soll. Meist treten Symptome in einer bestimmten Lebenssituation auf und lösen ältere Verhaltens- und Erlebensmuster aus, die aus früheren Konfliktlösungsstrategien stammen. Ein Wesen unseres Menschseins ist, dass die allermeisten psychischen Mechanismen unbewusst funktionieren. Wir können also im Alltag nur sehr begrenzt verstehen, wie wir funktionieren und woran wir leiden. Mit noch so großer kognitiver Anstrengung können wir meist nicht nachvollziehen, wo die eigentlichen Probleme liegen. Durch die gemeinsame Arbeit mit dem Therapeuten kann die unbewusste Störung bewusst werden, was grundlegende Veränderungen erst möglich macht. Die bisher unbewussten Konflikte können erkannt, benannt und behandelt werden. Das geschieht in dem fortschreitenden, regelmäßigen Behandlungsprozess. Vieles von dem, woran wir im Alltag leiden, zeigt sich auch in der therapeutischen Beziehung und kann in der Behandlung aktuell erlebt und hierdurch sehr viel besser verstanden werden. Der Patient entwickelt im Verlauf der Behandlung ein besseres Verständnis von sich und seiner Lebensgeschichte und lernt in seinem Alltag einen sinnvolleren Umgang mit inneren und äußeren Konflikten. Er gewinnt im Verlauf der Therapie eine vertiefte Einsicht in sein Seelenleben und in die Beziehungsdynamik, die bisher zu vielerlei Konflikten mit sich und mit Anderen geführt hatte. Die anfängliche Symptomatik sollte im Verlauf einer ausreichend weit fortgeschrittenen psychotherapeutischen Behandlung gebessert, vielleicht sogar geheilt sein.

Bitte bedenken Sie, dass eine so kurze, schematische Übersicht über ein Therapieverfahren nur sehr unzureichend den wirklichen, lebendigen Therapieprozess abbilden und erklären kann. Die notwendige Vereinfachung dient einem besseren ersten Verständnis des Geschehens in einer Psychotherapie, damit Sie als Patientin oder als Patient einen ersten Eindruck bekommen können.

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